• Sonstiges - Fan Stories: Der verlorene Jäger (2)
  • Der verlorene Jäger II – The Avenger

    In allerletzter Sekunde wich der Predator dem Angriff der Königin aus und feuerte weiterhin unaufhörlich mit seiner Energie-Flechette auf das Biest. Er musste es bestimmt schon Hunderte Male getroffen haben, aber die Hybrid Königin tat so, als wäre nichts passiert. Es musste doch irgendeinen Weg geben, wie man dieses Scheißteil töten könnte! Nun kam das Wesen wieder angesprungen – und knallte voll gegen einen Felsen! Aber es rappelte sich schnell wieder auf und blickte sich nach seinem Opfer um. Aber der Predator war nicht mehr zu sehen. Wo war er nur hin? Selbst mit seiner Tarnvorrichtung wäre er doch mühelos zu erkennen gewesen. Konnte er sich ins Schiff gerettet haben? Nein! Das hätte er in der kurzen Zeit, zumindest nicht ohne gesehen zu werden, niemals erreichen können.
    Oder etwa doch?
    Mächtig angepisst gab die auserwählte Mutter einer neuen Art Xenomorphe nach etwa einer viertel Stunde die Suche auf. Zumindest für den Augenblick. Außerdem musste sie ja auch noch ein Nest für ihre Eier, die sie bald legen würde, bauen.
    Wo war also der Predator hin? War er vielleicht doch im Schiff?
    Ja, das war er. Er konnte es selber kaum fassen. Er wollte dieses Monstrum von gestapelter Scheiße bluten lassen, für das, was es seinem Clan angetan hatte, aber das ging nicht, wenn er tot war. Er fühlte sich außerdem verantwortlich dafür, dass das Biest sie alle getötet hatte. Sein Vater hatte ihm immer gesagt, dass er nicht schreien solle. Doch dieses eine Mal konnte er sich nicht zusammenreißen und musste schreien. Ausgerechnet auch noch so laut! Er stellte sich grade vor, was sein Vater, sofern er nicht tot wäre und unter den Umständen, dass er diese ganze Scheiße überleben würde, wohl mit ihm machen würde. >Was habe ich dir immer gesagt? Wie lautet Regel Nr. 1? Er hätte daraufhin versucht, sich zu entschuldigen, aber das hätte nichts genützt: Geh mir aus den Augen! Du bist nicht länger mein Sohn! Du hast den hart erkämpften Ruf unserer Familie in den Dreck gezogen! Wir schämen uns für dich! Komm nie wieder zu uns zurück gekrochen. Du bist hier nicht länger willkommen!
    Nun gut, vielleicht hatte er ein bisschen übertrieben, aber aus der Familie wäre er 100%ig rausgeworfen worden. Aber seine Eltern waren beide schon lange tot. Sie starben ehrenvoll. Ihm sollte ein ehrenvoller Tod nicht vergönnt sein.
    Er stand also nun da, in der Waffenkammer, und schwelgte in Erinnerungen. Er erinnerte sich an die gute alte Zeit, in der seine Familie noch lebte. Jeden Tag schickte ihr Vater ihnen eine Videobotschaft, in der er immer stolz berichtete, was er so alles Neues seiner Trophäensammlung zufügen konnte. Er erinnerte sich auch an einige Begegnungen mit den Menschen. Eine schwache Rasse. Kaum gute Waffen, unterentwickelt, trotzdem aber auch mutig. Jeder Mensch, dem er begegnet war, hatte um sein Überleben richtig gekämpft. Zwar nicht gut, aber immerhin! Außerdem gaben sich die Menschen Namen. Und dann auch noch so komische, die nichts über einen selbst Aussagen! Würde er sich einen Namen geben, dann wäre es bestimmt Der Rächer – The Avenger. Im Moment trifft eher Der Feigling zu, aber nicht mehr lange!
    Er stand immer noch in der Waffenkammer und ließ sein ganzes Leben noch einmal Revue passieren.

    “Genug erinnert! Jetzt werde ich mich rächen! Für meinen Bruder, für meinen Clan und auch für meine Eltern!“ sagte er entschlossen zu sich selbst.

    Er schnappte sich eine neue Disk, einen neuen Speer, eine Speargun, ein paar Wristblades und einen Netzwerfer. Dann ging er zu einen Tisch rüber und legte seine abgenutzte Rüstung ab. Erst jetzt fiel ihm auf, dass es keine Reserverüstungen gibt.

    “Scheiße! Stimmt ja! Wir haben keine, weil jeder in seinem 1. Jahr der Ausbildung selbst eine bauen muss! Aber eigentlich müssten wir doch welche für Notfälle wie diesen haben!“ sagte der Avenger zu sich selbst.

    Aber Notfälle wie diesen durfte es nicht geben.

    “Ich hab nicht genug Sachen um meine Rüstung zu reparieren. Was mach ich denn jetzt nur?“
    Er hatte nicht grade viele Möglichkeiten. Reparieren ging nicht und er konnte ja nicht einfach rausgehen und sich die Rüstung einer seiner gefallen Kameraden nehmen. Das Alienbiest hätte schließlich draußen auf ihn warten können ...

    Die Königin wartete ungeduldig vor dem Raumschiff und musste mit sich selbst kämpfen, dass Raumschiff nicht versuchen aufzubrechen, denn im tiefsten Inneren wusste sie, dass sie es erstens nicht geschafft hätte und zweitens der Predator dann gewusst hätte, dass Sie immer noch da war. Und das wollte sie nicht. Sie wollte das er raus kommt. Sie hatte fast Spaß daran, auf der Lauer zu sein.

    Währenddessen überlegte der Pred, wie er das mit seiner Rüstung hinbekommen könnte. Nicht nur, dass er sie nicht reparieren kann, er konnte noch nicht einmal eine neue Shoulder-Cannon daran befestigen. Er brauchte diese Waffe, dass dachte er zumindest, und konnte nicht ohne diese den Kampf gegen so einen übermächtigen Gegner gewinnen. Jetzt, ohne die Shoulder-Cannon, rauszugehen wäre glatter Selbstmord. Er hatte, nach alldem was passiert ist, nicht mehr genug Selbstvertrauen. Der Avenger dachte nicht daran, dass er eigentlich keine Waffen braucht, um dieses Wesen zu besiegen. Er brauchte lediglich nur wieder so gute “Reflexe“, wie er sie schon eingesetzt hatte, um rechtzeitig und ohne das die Alien- Königin ihn sah ins sichere Schiff zu gelangen. Der Predator musste sich nur wirklich konzentrieren, um das Biest zu töten. Aber er war von seinem riesigen Waffenarsenal schon richtig abhängig.
    Er brauchte sie.
    Er brauchte sie alle.
    Während der Predator im Inneren des Schiffs noch kräftig am Überlegen war, richtete sich die Alien- Königin auf, um sich nach einer passenden Höhle für ihre Brut umzusehen. Sie ging in Richtung ihres Grabmals, bog dann aber nach einer Weile links ab. Nach wenigen Augenblicken fand sie auch schon eine Stelle, die sehr gute taktische Möglichkeiten zum Verteidigen ihres Nestes bot.

    “Moment mal, was hab ich da grad gedacht? Taktische Möglichkeiten?“ dachte sie nach. Diese Seite war ihr neu. So etwas hatte sie noch nie gedacht. Noch nicht einmal die Weisesten ihrer Rasse hatten an taktische Möglichkeiten gedacht. Wie kam sie auf so etwas? Hatte es womöglich etwas mit ihrem ehemaligen Wirt zu tun? Das wäre möglich.

    Der Bruder des ehemaligen Wirtes, der ihr diese neuen Gedanken erlaubte, wurde langsam aber sicher wahnsinnig. Er war jetzt nicht mehr so entschlossen wie noch vor nicht allzu langer Zeit. Der Predator lief im Inneren des Schiffes hin und her und wusste nicht, wie lange er sich schon hier drinnen eingeschlossen hatte. Es trieb Ihn den Wahn, nichts unternehmen zu können. Er musste irgendetwas machen. Er hatte sich alle möglichen Aufzeichnungen von Begegnungen mit anderen Rassen angeschaut, Waffenübungen absolviert und sogar versucht andere Schiffe zu benachrichtigen(aber es war nun mal keins in näherer Reichweite).

    “Scheiße ist das Langweilig! Was soll ich nur machen? Ich zögere meinen Tod sowieso nur hinaus, wenn ich nicht rausgehe. Ich könnte ja auch zur Abwechslung mal Glück haben und das Scheißviech ist nicht mehr da.“ murmelte der Predator vor sich hin.

    Er nahm all seinen Mut zusammen und schritt in Richtung Tür. Aufgeregt, aber auch ein bisschen ängstlich, öffnete er die Tür.
    Nichts.
    Gar nichts.
    Nicht einmal eine Böe kam ihm entgegen.
    Es war nicht mehr da.
    Wo war es nur hin? Vielleicht beobachtete es ihn gerade. Der Pred verwarf diesen Gedanken aber sofort, da er nicht glaubte, dass das Wesen, nach allem was passiert war, ihn beobachtet, statt ihn sofort anzugreifen. Er sah sich noch einmal um, aber er konnte es nicht finden. Ihm sollte es recht sein, denn so konnte er sich noch ein bisschen ausruhen bis er die Jagd nach dem Alien-Vieh wieder aufgenommen hätte. Er ging wieder zurück ins Schiff und ging direkt zu seiner Kammer.

    Zur gleichen Zeit landeten 2 Rettungskapseln auf LV-376. Mit einem riesen Knall schlugen sie ca. 10 km westlich der Höhle, in der die Alien-Königin zu neuen Leben erweckt wurde, ein. Die beiden Kapseln lagen nicht weit von einander entfernt. Mit einem zischen öffneten sich die Türen einer Kapsel an den Seiten. Auf den Türen stand: ASTARUD - RESCUE CAPSULE 142
    Und auf denen der anderen Kapsel: ASTARUD - RESCUE CAPSULE 141

    Die Astarud war ein Schiff, das nach einer Großinvasion, die von einem einzigen Xenomorph ausgelöst wurde, auf dem Planeten Erde mit knapp 2.000 Überlebenden eine neue Kolonie auf einem weit, weit entfernten Planeten, den alle nur Doom nannten, gründen sollte.

    Der erste, der ausstieg, war ein Marine. Er nahm sich seine Schrotflinte aus der Rettungskapsel, entsicherte und lud sie, und blickte sich dann um. Derweil stieg noch jemand, ebenfalls ein Marine, aus. Dieser schaute sich nach der anderen Rettungskapsel um. Als er sie, nicht weit entfernt von ihm, sah, rannte er so schnell es ging zu ihr hin. Als er nur noch 2 Meter von der Kapsel entfernt war, öffnete sie sich. Er wurde langsamer und erschrak, als er sah, dass alles blutverschmiert war.

    “Oh mein Gott!“ stuß er hervor.

    “Schnell! Wir brauchen Hilfe! Den Doktor hat’s erwischt!“ sagte eine Stimme aus der Rettungskapsel.

    Der Marine reagierte sofort und rief nach O’Neill. Der Marine mit dem Schrotgewehr drehte sich zu seinem Kollegen um und fragte:

    “Was ist denn?“

    “Hol das Medi-Kit! Wir haben hier einen Verwundeten!“ antwortete Carter.

    O’Neill rannte daraufhin zu der Kapsel, aus der er erst vor einer Minute ausgestiegen war, und suchte nach dem Medi-Kit. Er fand es recht schnell und rannte dann zu der anderen Kapsel. Carter und die vermummte Gestalt, die mit dem schwer verletzten Dok in der Kapsel war, hatten derweil diesen aus der Kapsel getragen und ihn vorsichtig auf dem kalten, staubigen Boden gelegt. O’Neill schmiss das Medi-Kit auf den Boden, öffnete es und holte eine Spritze raus.

    “Es wird ein bisschen pieksen“, sagte er “aber danach wird es ihnen besser gehen.“

    Als der Doktor die Spritze bekam, stöhnte er auf. Die beiden Marines waren ein bisschen erleichtert, doch die vermummte Gestalt zeigte keinerlei Regung. Der Doktor öffnete seine Augen und sah verwirrt in die Gesichter seiner Retter.

    “Wer seid ihr?................Wo bin ich?........Was ist passiert?“

    Mehr brachte er nicht heraus. Er hustete auf, wobei etwas Blut mit aus seinem Mund kam.

    “Beruhigen sie sich! Sie sind in Sicherheit. Ruhen sie sich aus, schlafen sie am besten ein bisschen. Wenn sie dann wieder wach sind, erklären wir ihnen alles.“ sagte die vermummte Gestalt.

    Die Gestalt blickte zu den beiden Marines auf und gab ihnen mit einer Handbewegung zu verstehen, dass sie gehen sollten.

    “Wer ist der Typ eigentlich? Bodyguard vom Dok oder was? Der ist irgendwie voll komisch. Was meinst du, Carter?“

    Doch Carter antwortete nicht. Er starrte zum Doktor rüber.

    “Was ist denn? Ist da irgendwas? Ach du Scheisse!“ jetzt sah er es auch. “Was macht der da mit ihm?“

    “Keine Ahnung.“ antwortete Carter.

    Der komische, vermummte Typ hielt seine Hände über die Brust des Doktors, der daraufhin von einem blauen Schleier umgeben war.
    O’Neill zielte mit seinem Schrotgewehr, dass einst seinem besten Freund gehörte, auf den abgefahrenen Freak.

    “Nein!“, sagte er “Ich versuche nur ihm zu helfen!“

    O’Neill’ s Blick war ausdruckslos. Ein Schuss löste sich aus seiner Waffe. Das Schrot verteilte sich in der Luft und flog unaufhaltsam auf den Vermummten zu. Es war die perfekte Entfernung, um jemanden mit einer Schrotflinte zu töten. Das Schrot hatte seinen ganzen Körper zerfetzt.

    Derweil war die Königin schon sehr weit mit ihrem Nest. Sie hat alles Alienmäßig eingerichtet. Nun konnte sie sich bereit machen, die Eier zu legen. Sie legte sich auf den Bauch und kneifte ihre Predator- Augen fest zusammen...
    Als sie das letzte Ei gelegt hatte, entspannte sich ihr kompletter Körper. Sie war erleichtert, dass nun alles vorbei war, denn ihr halbalien- halbpredatorkörper war beim Eierlegen nicht grade praktisch. An den für eine “Geburt“ am wichtigsten Stellen ihres Körpers sorgte eine Schicht Predator- Haut – wenn man das so nennen kann – für sehr große Qualen. Einige male schreite sie einen schmerzerfüllten Schrei aus, der sich wie ein seeeehr hohes Quieken von einer Ratte/Maus anhörte. Sie hatte nun ihre Brut zusammen. Aber noch keine Wirte und auch keine Nahrung. Also machte sie sich wieder daran, wenigstens den einen, der noch von den Eindringlingen übrig geblieben war, lebendig zu kriegen. Sie schleppte sich wahrlich bis zum Höhlenaus-(oder auch –ein)gang. Sie war noch erschöpft von der “Geburt“. Immerhin hatte sie ganze 117 Eier gelegt! Allerdings machte das Eierlegen auch Hunger und sie konnte ja nicht ihre eigenen Kinder auffressen, die waren ja noch nicht einmal ausgewachsen! Außerdem waren sie zu was anderem bestimmt als als ungebratene Spiegeleier für ihre Mutter zu enden. Also machte sich die Königin doch erst auf, um sich was zu “naschen“ zu holen. Nicht den, der als Wirt dienen sollte, sondern irgendetwas anderes für zwischendurch. Sie wusste noch nicht was genau sie sich “jagen“ würde, aber sie wusste das sie schon noch was finden würde. Sie ging, aufgrund ihrer Instinkte, gen Westen.

    Der reglose Körper des vermummten Spinners lag im Staub und schimmerte im Mondlicht. Seit ganzen 5 Minuten standen die beiden Marines wie angewurzelt in der Einöde des Planeten und hatten kein Wort mehr gewechselt.

    “Ist er tot?“ beendete Carter das lange Schweigen.

    Dies fragte Carter sehr oft. Immer wenn sie ein Xenomorph zurück in die Hölle geschickt hatten, kam diese Frage. Normalerweise würde O’Neill Carter jetzt sagen, was für eine dumme Frage das doch sei und ob er sich auch jeden Morgen beim Duschen fragen würde, ob das wirklich Wasser ist, was so geil an seinem Arsch runter läuft, aber dieses eine Mal entgegnete er ihm, ganz ernst, mit einer “normalen“ Antwort:

    “Glaube schon. Bin mir aber nich sicher. Geh ma nachgucken!“

    “WAS? Der könnte ja noch leben! Und, wenn ja, ist der bestimmt richtig mies gelaunt. Ich mein, ich wär auch ziemlich angepisst wenn mich einer abknallt. Außerdem hab ich mein Gewehr noch in der Kapsel. Geh du doch!“ entgegnete Carter.

    “Das war keine Bitte sondern ein Befehl!“

    Widerwillig befolgte Carter diesen Befehl. Langsam schritt er auf den vermeintlich toten Typen zu. Als er dann so vor dem Freak stand wurde er noch nervöser. Er hatte schon viele schlechte Horrorfilme und -geschichten gesehen( bzw. gelesen) in denen der garnichtsotote tote genau dann hochschreckte wenn ihn jemand untersuchte.
    Carter hoffte das ihm so etwas nicht passiert.
    Er kniete sich nun vor den toten und strich die Kapuze des zerfetzten Mannes nach hinten. Er sah wie immer noch, aber nur langsam, Blut aus seinem Mund lief. Carter öffnete die Augenlieder des Anderen mit seinen Daumen und schaute in vollkommen blaue Augen. Sogar das Weiße um die Pupille rum war bei ihm völlig blau.

    “Der sieht ziemlich tot aus.“ murmelte Carter vor sich hin.
    Er stand wieder auf und warf einen letzten, prüfenden Blick auf den Mann mit den blauen Augen und bemerkte dabei, dass das Blut, dass noch vor ein paar Augenblicken aus dem Mund des Freaks lief, zurückfloss.

    “Ach du heilige.....“

    Er konnte den Satz nicht zu Ende bringen bevor der Vermummte seine blauen Augen mit einem Mal aufriss und in einer tausendstel Sekunde aufsprang. Für einen kurzen Augenblick konnte er sehen wie die Augen des Anderen ein blaues Licht einzusaugen schienen, welches wahrscheinlich aus seinem Körper kam.
    O’Neill konnte in der kurzen Zeit nicht reagieren, er war nicht einmal in der Lage zu verarbeiten was der dochnichttote grad mit Carter machte.

    Fortsetzung folgt

    2004, by Carsten